Diskriminierung VerLernen: Der Anti-Bias-Ansatz

Voreingenommenheit, Diskriminierung und Mangel an demokratischem Umgang gehen oft Hand in Hand. Anti-Bias-Trainings laden dazu ein, sich dieser Prozesse bewusst zu werden und vorurteilsbewusste bzw. nicht-diskriminierende Formen des Umgangs miteinander zu finden. FiPP e.V. will den Anti-Bias-Ansatz für LehrerInnen und SchülerInnen in der Schule nutzbar machen.

Der Anti-Bias-Ansatz

"Bias" heißt übersetzt soviel wie "Voreingenommenheit", Anti-Bias-Arbeit ist also die Arbeit an Voreingenommenheiten und inneren Bildern. Der Ansatz des Anti-Bias-Trainings "Diskriminierung VerLernen" basiert auf Trainingsmethoden südafrikanischer Anti-Diskriminierungs-Netzwerke, die nach dem Ende der staatlichen Apartheid Rassismus, aber auch andere Formen der Diskriminierung, thematisier(t)en. Im Rahmen des Projektes "Vom Süden Lernen" von INKOTA-netzwerk e.V. adaptierten Anita und Prasat Reddy das Konzept für den deutschen Bildungsbereich. Annette Kübler, seinerzeit FiPP-Mitarbeiterin im Projekt "Eine Welt im FEZ" (1993 - 2004), griff den Ansatz im Kontext des Globalen Lernens erstmals beim FiPP auf. Seitdem haben Anti-Bias-Trainings und andere Formen der Arbeit mit dem Anti-Bias-Ansatz Eingang in die Arbeit des Vereins gefunden.

Methoden und Ziel

Anti-Bias-Trainings befähigen uns dazu, im Alltag - in Familie, Schule, Beruf und Institutionen - Formen von Diskriminierung zu erkennen. Im Training lernt die Gruppe, wie Diskriminierung, Macht, Ohnmacht und Nicht-Wertschätzung funktionieren und regt zu einem bewussten VerLernen an. In einem Prozess, der an den Erfahrungen der TeilnehmerInnen ansetzt, werden gemeinsam nicht-diskriminierende Handlungsweisen und Methoden für die konkrete Anwendung im Berufsalltag entwickelt.

Train the Trainer – Fortbildungsangebote für eine demokratische Schule (2001 bis 2004)

Im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hat FiPP e.V. von 2001 bis 2004 das Projekt "Train the Trainer" umgesetzt. Die Fortbildungsangebote richteten sich an alle am Schulleben Beteiligten, insbesondere MultiplikatorInnen wie LehrerInnen, MitarbeiterInnen in Schülerclubs, SozialarbeiterInnen, ErzieherInnen u.a.
Train the Trainer setzte sich aus folgenden Modulen zusammen:

  • Arbeiten am aufrechten Gang
  • Konstruktive Konfliktbewältigung
  • Anti-Bias-Training und
  • Unterstützung von Schüler- und Jugendfirmen.

Im Bereich Konfliktbewältigung kooperierte FiPP e.V. mit dem Arbeitskreis Neue Erziehung und im Bereich Schülerfirmen mit der RAA Berlin. Arbeitsschwerpunkt von FiPP e.V. ist der Anti-Bias-Ansatz und seine Weiterentwicklung für das Schulleben. 

Netzwerk MITEINANDER und der Anti-Bias-Ordner des FiPP e.V.

Das Netzwerk MITEINANDER in Marzahn-Hellersdorf hat in den letzten Jahren im Rahmen des Bundesprogramms CIVITAS  Initiativen, Gruppen und Personen, die sich rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen, antisemitischen und rassistischen Einstellungen und Gruppen im Bezirk entgegenstellen, vernetzt. Die Website www.miteinander.org  diente dabei als Informationsplattform für Akteure im Bezirk. Ein Schwerpunkt der Arbeit der Netzwerkstelle lag bei der Weiterentwicklung der Anti-Bias-Arbeit mit Schulen und Freizeiteinrichtungen.
Das Netzwerk MITEINANDER hat u.a. einen Anti-Bias-Ordner für die Arbeit an Schulen entwickelt und damit ein Methodenpaket für LehrerInnen, SozialpädagogInnen und andere Interessierte erstellt. Viele der Übungen, die unter anderem auf Ansätze aus Südafrika zurückgehen, sind nun erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Der Anti-Bias-Ordner kann beim Netzwerk MITEINANDER als CDR bestellt werden.

Derzeitige Anti-Bias-Arbeit des FiPP e.V.

Insbesondere die FiPP-Schulstation an der Fichtelgebirge-Grundschule in Kreuzberg hat den Anti-Bias-Ansatz im Fach "Soziales Lernen" verankert und gleichzeitig eine aktivierende Elternarbeit entwickelt, die sich an Anti-Bias-Prinzipien orientiert.
Das Modellprojekt "Starke Kinder machen Schule" wird im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut gut!" durch das BMFSFJ gefördert und hat das Ziel, die Partizipation von Kindern an Grundschulen zu fördern, um so präventiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu wirken. In Zusammenarbeit mit vier Berliner Grundschulen in Marzahn-Hellersdorf, Kreuzberg und Spandau werden Projekte, Unterrichtsmaterialien und Beteiligungsformen entwickelt. Auch die Hort- und Freizeitbereiche der Schulen sind in diese Arbeit eingebunden. "Starke Kinder machen Schule" greift auf Methoden des Anti-Bias-Ansatzes und Betzavta zurück und knüpft an die Erfahrungen des FiPP e.V. mit Partizipationsprojeken an.
Kontakt zum Projektteam "Starke Kinder machen Schule"    

Seminare – Fortbildungsangebote und Bestellseminare

Grundsätzlich haben Schulen die Möglichkeit, Anti-Bias-Trainings bei FiPP e.V. zu bestellen. Es können Seminare für LehrerInnen oder SchülerInnen oder auch für beide Gruppen zusammen durchgeführt werden. Die Kosten hängen jeweils von der Dauer der Seminare und davon ab, ob die Veranstaltung außerhalb von Berlin stattfinden soll. Auf Anfrage können wir Ihnen gerne einen Kostenvoranschlag erstellen. Grundsätzlich dauern das Grund- und das Aufbautraining jeweils zwei Tage.

Ansprechpartnerinnen

Fachberatung
Barbara Tennstedt 

Für den Bereich Kindertagesstätten
Barbara Henkys

Für den Bereich Kinder- und Jugendhilfe
Kornelia Hmielorz

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